Guide

BaFG Checkliste 2026: Ist Ihr Unternehmen compliant?

12. März 2026·10 Min. Lesezeit

Was ist das BaFG?

Das österreichische Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) setzt die EU-Richtlinie 2019/882 — den European Accessibility Act (EAA) — in nationales Recht um. Es legt für ausdrücklich genannte Produkte und Dienstleistungen EU-weit einheitliche, verpflichtende Barrierefreiheitsanforderungen fest. Das Gesetz ist seit dem **28. Juni 2025** in Kraft — ohne Übergangsfrist.

Das BaFG verweist auf den europäischen Standard **EN 301 549**, der sich für Webseiten und Apps an den **WCAG 2.1 Level AA** orientiert.

Wer ist betroffen?

Das Gesetz betrifft Unternehmen, die folgende digitale Dienstleistungen anbieten:

  • Webshops und E-Commerce-Plattformen
  • Bankdienstleistungen für Verbraucher (E-Banking, Bank-Webseiten)
  • Online-Buchungssysteme und E-Ticketing
  • Sprach- und Videotelefonie, Online-Messengerdienste
  • Webseiten von Personenverkehrsdiensten
  • Auch Produkte sind betroffen: Bankomaten, Fahrkartenautomaten, Zahlungsterminals, PCs, Notebooks, Smartphones, Tablets, Smart-TVs und E-Reader.

    Ausnahmen für Kleinstunternehmen

    Kleinstunternehmen, die nur Dienstleistungen anbieten, sind gänzlich vom BaFG ausgenommen. Als Kleinstunternehmen gilt, wer:

    Wichtig: Wenn Sie als Kleinstunternehmen Produkte herstellen, importieren oder verkaufen, gelten zwar Erleichterungen, aber keine vollständige Ausnahme.

    Die Checkliste: WCAG 2.1 Level AA

    1. Wahrnehmbarkeit (Perceivable)

    2. Bedienbarkeit (Operable)

    3. Verständlichkeit (Understandable)

    4. Robustheit (Robust)

    Strafen bei Verstößen

    Die Marktüberwachungsbehörde — das Sozialministeriumservice (Standort Oberösterreich) — überwacht proaktiv die Einhaltung:

  • Bis zu 80.000 Euro Verwaltungsstrafe für große Unternehmen
  • Geringere Strafen für KMUs und Kleinstunternehmen
  • Bei Erstverstoß gilt: "Beraten vor Strafen"
  • Verbraucher können Verstöße direkt melden — die Behörde muss innerhalb von 8 Wochen informieren ob ein Verfahren eingeleitet wurde
  • Nächste Schritte

  • Nutzen Sie den kostenlosen BarriereRadar-Scan um den aktuellen Stand zu prüfen
  • Beheben Sie zuerst Fehler mit hoher Severity (Kontraste, fehlende Alt-Texte, Tastaturnavigation)
  • Dokumentieren Sie Ihre Maßnahmen — das hilft bei einer möglichen Prüfung
  • Richten Sie laufendes Monitoring ein — Barrierefreiheit ist kein einmaliges Projekt
  • Wie steht Ihre Website da?

    Finden Sie es jetzt heraus — kostenlos und in unter 60 Sekunden.

    Gratis-Scan starten